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Messe- und Veranstaltungshalle - Halle 7
Bremen

Am nordwestlichen Rand der Bürgerweide, entlang der Findorffstrasse zwischen der Halle 6 und dem Kulturzentrum Schlachthof, ist eine neue, kombinierte Messe- und Veranstaltungshalle, Halle 7, entstanden.

Die Halle hat eine nutzbare Grundfläche von ca. 54 x 73 m, mithin fast 4.000 m². Die nutzbare Hallenhöhe beträgt 12 m im Lichten, darüber befindet sich ein Raumtragwerk von weiteren ca. 3 m Höhe. Die Halle ist allseitig von Mantelbauten umgeben:
• im Norden vom Messefoyer mit einer lichten Höhe von ca. 6 m, einem Konferenzgeschoss und darüber noch einmal einer Technikzentrale für die Raumlufttechnik,
• im Osten vom Hauptfoyer mit einer lichten Raumhöhe gleich der Halle, unterbaut mit dem Garderobenfoyer,
• im Süden mit dem Backstagebereich über 3 Ebenen (Ebene –1 bis 1) und Technikzentralen,
• im Westen mit einem Verwaltungsgebäude über 4 Ebenen mit einer Nutzfläche von ca. 2.600 m².

Im Süden schließt sich der Wirtschaftshof an, im Norden gibt es einen Übergang zur Halle 6, dieser kann bei Bedarf, bei hallenübergreifenden Veranstaltungen, geschlossen werden. In Ebene –1 befindet sich ein Depotkeller von ca. 3.650 m².

Für die Hallennutzung bieten sich eine Vielzahl von Veranstaltungen an, beispielhaft seien genannt: Messen, Kongresse, Produktpräsentationen, Ballsport-, U- und E-Musikveranstaltungen.
Durch insgesamt 27 mögliche Notausgänge von jeweils 2,50 m Breite ergibt sich eine maximale Besucheranzahl von knapp über 10.000 Personen, diese wird in der Regel aber durch die Betriebserlaubnis auf ca. 8.000 Personen beschränkt bleiben (2 Personen/m² = 4.000 m² x 2 = 8.000 Besucher).
Die Lüftungsanlage ist für max. 7.000 Besucher (Nichtraucher) konzipiert, Spitzenwerte können darüber liegen.
Eine Hallentrennung ist jeweils in den Drittelbereichen möglich. Die Anordnung der Notausgänge wurde so konzipiert, dass diese im Westen der Halle jeweils einen Teilbereich abdecken und auch dann noch alle Bereiche sicher verlassen werden können. Die Trennung erfolgt durch mobile, 2,50 m hohe Wände, darüber wurde ein Vorhang installiert. Aufgrund der rein optischen Hallentrennung sind parallele Veranstaltungen nicht denkbar. Die raumlufttechnische Anlage hingegen lässt sich entsprechend diesen Nutzungsanforderungen fahren.

Über zwei fest in das Foyer installierte Tresenanlagen wird sowohl das Foyer als auch der Veranstaltungsraum mit Bedarfsgastronomie, im wesentlichen Getränke, versorgt. Ein weiterer Versorgungspunkt befindet sich in der Westwand, ungefähr in Hallenmitte. Im Übergang zwischen Nord- und Ostfoyer kann eine weitere (Convienence-Foods-)Gastronomie installiert werden. Herstellungs- und Spülküchen sind nicht vorhanden.

In die Nordwand der Großhalle sind zwei Tribünenbahnhöfe integriert, aus denen bei Bedarf halbautomatische Tribünenanlagen mit ansteigenden Reihen für bis zu 2.500 Besucher ausgefahren werden können. Für die Gegentribüne mit ca. 770 Sitzplätzen gibt es einen weiteren Tribünenbahnhof auf der Südseite.

Für Messeveranstaltungen verfügt die Halle über im Rhythmus von 6,60 m von Ost nach West verlaufende Spartenkanäle im Fußboden. Diese dienen der Medienversorgung der Messestände mit Frisch- und Abwasser, Stark- und Schwachstrom, Breitbandkabel und bei Bedarf LWL. Im Bereich der möglichen Drittelteilungen entfallen die Spartenkanäle. Weitere Versorgungspunkte befinden sich in den Wänden. Ein weiterer, von Nord nach Süd verlaufender Kanal dient der Medienversorgung bei Konzerten (Regiepult).

Der Auf- und Abbau kann über zwei LKW-Tore im Süden über den Wirtschaftshof, im Norden über ein LKW-Tor als Durch-/Überfahrt in Halle 6 und im Osten über zwei weitere LKW-Tore von der Bürgerweide aus erfolgen. Die letztgenannten Tore decken jeweils einen Hallenbereich bei Eindrittel-/Zweidrittel-Teilung ab. Das Foyer ist in diesem Bereich nur auf direktem Wege zu kreuzen.

Erschlossen wird die Multifunktionshalle über das Ostfoyer zur Bürgerweide. Der Besucher gelangt über drei Treppenanlagen in das Garderobenfoyer im Untergeschoss, hier befinden sich auch die Toilettenanlagen. Erreicht der Besucher das Garderobenfoyer, findet er der Treppe gegenüberliegend sofort den zweiten Rettungsweg vor, der über einen von Nord nach Süd durchgängigen Fluchttunnel mit zwei Ausgängen direkt ins Freie verfügt. Das Garderobenfoyer ist je nach Art und Größe der Veranstaltung mittig teilbar und bietet somit die Option entweder entsprechend der erwarteten Besucherzahl die Garderoben und Toilettenräume zu halbieren, oder diese in kontrollierte und unkontrollierte Bereiche zu unterteilen.

Eine weitere Erschließung ist über das Nordfoyer möglich. Hier befindet sich der für große Messeveranstaltungen geforderte nördliche Geländezugang mit einem hier angeordneten weiteren Ticketverkauf.

In Ebene 2 des Nordfoyers befinden sich Veranstalterbüros, die über einen separaten Nebeneingang direkt von Aussen erschlossen werden. Hieran angegliedert und mit einem weiteren Zugang zum Verwaltungsgebäude wird das Konferenzzentrum erschlossen. Dieses hat über einen verglasten Flur eine direkte Sichtbeziehung zur Hallenveranstaltung. Diesem vorgelagert ist ein in die Halle geschobener Balkon, der auch für veranstaltungsbedingte Nutzungen herangezogen werden kann (Verfolger etc.).

Auf der Hallensüdseite ist in östlicher Ausrichtung die Backstage-Area konzipiert. Diese verfügt über eine direkte Anbindung an die Halle. Dieser Zugang führt, wie auch die LKW-Zufahrt vom Wirtschaftshof aus, am Hallenmeisterbüro vorbei, und kann von diesem kontrolliert werden. Im Erdgeschoss befindet sich eine Bedarfsküche für die Künstler und das mitreisende Personal. Im Untergeschoss sind Sammelgarderoben und –Duschen angeordnet. In Ebene 1 befinden sich Einzel- und Kleingruppen-Künstlergarderoben. Der Backstage-Bereich hat einen eigenen Zugang außerhalb des Wirtschaftshofes direkt auf die Bürgerweide.
Der westliche Teil des Südriegels und die weiteren Obergeschosse dienen der Haustechnik.

Der zur Findorffstrasse orientierte Verwaltungsbau wird im Norden über einen Empfangsbereich erschlossen. Das Bürogebäude erstreckt sich über 4 Ebenen, wobei die Ebenen 1 und 2 um ca. 1,50 m den Fußweg des Erdgeschosses überbauen. Das Verwaltungsgebäude verfügt über insgesamt zwei Treppenräume, wobei der Südliche, mit dem hier befindlichen Nebeneingang, dem Personal vorbehalten ist. Der Ebene 3 ist umlaufend eine Terrasse vorgeschaltet. Die Büroetagen sind Einspänner mit innenliegender Funktionszeile.

Der Depotkeller wird über zwei Lastenaufzüge im Süden und einen im Norden erschlossen. Alle Aufzüge sind als Durchlader konzipiert, so dass sie in Ebene 1 sowohl nach Aussen als auch in die Halle be- und entladen werden können.

Das Gebäude ist in Stahlbeton-Skelett-Bauweise hergestellt. Die Überdachung besteht aus einer frei tragenden Stahlfachwerkkonstruktion. Die Foyers sind großflächig verglast.

Das Gebäude wird durch folgende Brandabschnitte unterteilt:
• Verwaltung mittig in Achse H (Rauchabschnitt),
• Verwaltung gegenüber Halle,
• Depotkeller gegen Foyer Ebene –1 sowie
• Depotkeller mittig in Achse H

Im Außenbereich sind Anschlüsse für Night-Liners, Ticket-Container, Bedarfstoiletten (Freimarktnutzung) und Übertragungswagen vorgesehen.

KenndatenFertigstellung 2002 Baukosten 17.900.000 €
Nutzfläche 17.120 m²Grundfläche (BGF) 20.540 m²
Bauherr/Auftraggeber HVG Hanseatische Veranstaltungsgesellschaft mbH
Leistungen Entwurfs-, Genehmigungs-, Ausführungsplanung, Bauüberwachung

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